Was ist Inkasso? Definition und Abgrenzung für Gläubiger
INKASSO-DEFINITION — DEUTSCHLAND
§ 2 RDG
Legal- definition
Contingency
10–25%
Provision B2B typisch
gedeckelt durch
RDGEG
Kosten- kappung RVG
Inkasso ist die treuhänderische Einziehung fremder Geldforderungen durch einen registrierten Dienstleister. In Deutschland seit 2008 durch das Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) reguliert. Die Kosten, die gegen den Schuldner durchsetzbar sind, sind durch das RDGEG auf die RVG-Gebühr eines Rechtsanwalts begrenzt.
Was ist Inkasso? Definition und Abgrenzung für Gläubiger
Inkasso bezeichnet die Einziehung einer fremden Geldforderung durch einen Dritten auf Grundlage eines Einziehungsauftrags. Für einen B2B-Gläubiger ist die Frage zunächst nicht "welches Inkassounternehmen", sondern "was genau ist Inkasso, und ist es das richtige Werkzeug für meinen Fall".
RDGEGKostenkappungAuf RVG-Gebühr gegen Schuldner begrenzt
10–25%Contingency B2BTypische Provision — nur bei Erfolg
Die rechtliche Definition: § 2 Abs. 2 RDG
Das RDG definiert Inkasso als die Einziehung fremder oder zu Einziehungszwecken auf fremde Rechnung abgetretener Forderungen, wenn die Forderungseinziehung als eigenständiges Geschäft betrieben wird. Drei Kernelemente: fremde Forderungen (der Dienstleister zieht nicht eigene Forderungen ein), als eigenständiges Geschäft (gelegentliche Einziehung fällt nicht darunter), und gegen Entgelt (unentgeltliche Einziehung ist kein Inkasso).
Die Registrierungspflicht nach § 10 RDG
Voraussetzungen: theoretische und praktische Sachkunde (Sachkundelehrgang mind. 120 Stunden); Berufshaftpflichtversicherung mit Mindestversicherungssumme von 250.000 Euro; und persönliche Zuverlässigkeit. Das Register ist öffentlich einsehbar unter rechtsdienstleistungsregister.de. Für einen Gläubiger ist die Registerprüfung ein schneller Due-Diligence-Schritt: ein nicht-registriertes Unternehmen darf Inkassodienstleistungen nicht gewerbsmäßig erbringen.
Abgrenzung zu Anwalt und Mahnverfahren
Ein Rechtsanwalt darf umfassend rechtsberatend tätig werden. Ein Inkassounternehmen ist auf die Forderungseinziehung beschränkt. Das gerichtliche Mahnverfahren (ZPO §§ 688 ff.) ist ein staatliches Verfahren, das zum Vollstreckungstitel führt — es kann ohne Inkasso-Zwischenschritt direkt betrieben werden. Beim Factoring verkauft der Gläubiger die Forderung — das ist kein Inkasso.
Prove-It: Die Kostenkappung durch das RDGEG
Das RDGEG begrenzt die gegen den Schuldner durchsetzbaren Inkassokosten auf das, was ein Rechtsanwalt nach RVG berechnen dürfte. Beispiel: eine 10.000-Euro-Forderung mit 15% Contingency = 1.500 Euro Provision. Gegenüber dem Schuldner sind aber nur ca. 600–700 Euro an Inkassokosten durchsetzbar. Die Differenz von 800–900 Euro trägt der Gläubiger. Für den Gläubiger bedeutet dies: im Angebotsvergleich sind nicht nur die Contingency-Prozente zu vergleichen, sondern auch die realistisch zu erwartende Nettoauszahlung nach RDGEG-Kappung.
Nicht für Sie: Wann Inkasso überschritten wird
✕ NICHT FÜR SIE — INKASSO IST DAS FALSCHE WERKZEUG
✕
Rechtlich unsichere oder bestrittene Forderungen
Verjährungsfragen, komplexe Vertragsauslegung, substantielle Gegenforderungen — das sind anwaltliche Aufgaben. Ein Inkassounternehmen kann diese nicht adjudizieren.
✕
Insolvente Schuldner
Einmal in der Insolvenz, sind Einzelmaßnahmen nach § 89 InsO unzulässig. Die Forderung muss zur Insolvenztabelle angemeldet werden. Inkasso ist hier nicht nur wirtschaftlich sinnlos, sondern rechtlich problematisch.
✕
Sehr kleine Beträge (unter 300–500 Euro)
Unterhalb dieses Schwellenwerts sind selbst die gegen den Schuldner durchsetzbaren Inkassokosten so hoch relativ zur Forderungshöhe, dass die Gesamtforderung wirtschaftlich unverhältnismäßig wird.
Häufige Fragen
Was ist Inkasso genau?
Inkasso ist die gewerbsmäßige Einziehung fremder Geldforderungen durch einen Dritten. In Deutschland seit 2008 durch das Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG) reguliert. Inkassounternehmen müssen registriert sein (§ 10 RDG) und eine Berufshaftpflicht von mindestens 250.000 Euro haben.
Was kostet Inkasso den Schuldner?
Die gegen den Schuldner durchsetzbaren Kosten sind durch das RDGEG auf das begrenzt, was ein Rechtsanwalt nach RVG berechnen dürfte. Für eine 10.000-Euro-Forderung sind das etwa 600–700 Euro. Höhere Vereinbarungen mit dem Gläubiger bleiben wirtschaftlich bei diesem.
Eine ungezahlte deutsche B2B-Forderung ab 60 Tagen Überfälligkeit ist ein typischer Inkasso-Fall, sofern die Forderung unstrittig ist. Fall einreichen für eine Fallbewertung innerhalb eines Werktags.
Was ist Inkasso? Definition und Abgrenzung für Gläubiger
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Inkasso in Deutschland: Definition, Rechtsgrundlagen (RDG), Abgrenzung zu Anwalt und Mahnverfahren, Kosten und Grenzen. Der Überblick für B2B-Gläubiger.