Internationales Inkassobüro: Leitfaden für CFOs im B2B
Was ein internationales Inkassobüro tatsächlich ist
Ein internationales Inkassobüro ist eine spezialisierte Organisation, die grenzüberschreitendes Forderungsmanagement im B2B-Bereich über ein Netzwerk lizenzierter lokaler Partner im Schuldnerland koordiniert. Der Gläubiger unterzeichnet einen Vertrag mit einem Inkassobüro in seinem Heimatland.
Inkassotätigkeiten sind lizenzpflichtig: RDG in Deutschland, Décret 96-1112 in Frankreich, WKI seit April 2024 in den Niederlanden, DFPI in Kalifornien, DED in den VAE. Ein deutscher Gläubiger, der einen Schuldner in Lyon ohne lizenzierten französischen Partner direkt anspricht, arbeitet außerhalb der zulässigen Verfahrensordnung.
Nationale Zahlungsbefehlsverfahren im Vergleich
Das deutsche Mahnverfahren ist effizient, aber nicht einzigartig. Die Brüssel Ia-Verordnung (EU 1215/2012) und der Europäische Zahlungsbefehl (EG 1896/2006) verbinden diese nationalen Verfahren: ein in einem EU-Mitgliedstaat erlangter Titel ist in allen anderen ohne Exequaturverfahren vollstreckbar.
BGB §288 und das verlängerte Eigentumsvorbehalt
Für Geschäfte zwischen Unternehmern liegt der gesetzliche Verzugszinssatz bei Basiszinssatz plus 9 Prozentpunkten (§288 Abs.2 BGB), zuzüglich €40 Pauschale pro Rechnung (§288 Abs.5 BGB). Der verlängerte Eigentumsvorbehalt nach §449 BGB belässt das Eigentum an gelieferter Ware beim Lieferanten bis zur Zahlung, selbst wenn die Ware weiterverarbeitet wurde.
Was ist ein internationales Inkassobüro?
Ein internationales Inkassobüro ist eine spezialisierte Organisation, die grenzüberschreitende B2B-Forderungen über ein Netzwerk lizenzierter lokaler Partner im Schuldnerland einzieht. Es koordiniert außergericht. Aufforderungen, nationale Zahlungsbefehlsverfahren und Vollstreckungsschritte in der Sprache und nach dem Recht des Landes, in dem der Schuldner sitzt.



